Interview
Mein Interviewpartner ist ein langjähriges Mitglied des Pontoniervereins Dietikon und er ist zugleich Ehrenmitglied des Pontonierverbandes der Schweiz.
Herr Florian Keller. 
Stell Dich doch mal vor:
Ich heisse Florian Keller bin 67 Jahre alt wohne in Dietikon zusammen mit meiner Frau und wir haben zwei erwachsene Söhne. Beide sind auch im Verein tätig.
Wie bist du zu den Pontonieren gekommen?
Im Jahr 1957, im Alter von 14 Jahren wurde ich durch einen Schulkollegen auf den Pontonier-sportverein aufmerksam, zuerst spielte ich Fussball, aber wegen Streitigkeiten mit dem Trainer hörte ich damit auf, und kam durch einen Schulkollegen zu den Pontonieren, was ich bis heute nicht bereue. Meine Ausbildung im Militär fand auch bei den Pontonieren statt.
Weshalb führst du genau diesen Sport aus?
Den Umgang mit Wasser machte mir schon immer viel Spass. Später merkte ich, dass man gegen die Naturgewalten nicht ankommen kann, sondern mit ihnen zusammen arbeiten muss, dies Fasziniert mich. Ein Vorteil ist, dass man diesen Sport bis ins hohe Alter ausüben und immer noch Erfolge feiern kann. Mein Sohn übt diesen Sport ebenfalls sehr erfolgreich aus und wir haben zusammen schon einige Titel geholt.
Was macht dir besonders Spass daran?
Vor allem die gute Kameradschaft, egal ob es beim Fischessen, Depot aufräumen oder Schiffe ein und auswassern ist, es sind meistens alle Mitglieder mit von der Partie und man kann am Schluss den Tag gemütlich zusammen ausklingeln lassen.
Die aktive Zusammenarbeit von Jung und Alt und das von einander lernen bereitet mir viel Vergnügen.
Welchen Personen würdest du diesen Sport empfehlen?
Jungen oder auch älteren Leuten, die einen körperlichen Ausgleich zur Arbeit suchen und gerne in der Natur sind. Dieser Sport stärkt vor allem auch die Rückenmuskulatur. (Es gibt kaum jemanden mit Rückenproblemen in diesem Sport.)
Wie stehst du zu den Frauen im Pontonierverein?
Ich finde es gut, dass die Frauen diesen Sport auch ausüben dürfen und können. Es gibt extra Frauenkategorien, bei diesen wird auch hart um den Titel gekämpft. Vor ein paar Jahren wäre das noch unmöglich gewesen.
Welches ist deine Position, Arbeit in diesem Verein?
Nach meiner Rekrutenschule, war ich 10 Jahre für den Nachwuchs als Jungfahrleiter verantwortlich und später war ich 10 Jahre lang Fahrchef der ganzen Sektion. Nach dieser Zeit war ich im Zentralvorstand des Schweizerischen Pontoniervereins, Technischer Leiter für weitere 9 Jahre. Vor ein paar Jahren wurde ich Ehrenmitglied des Pontonierverbandes Schweiz. Nun bin ich Obmann der Zunft zum Ruderstrick, dies ist eine Zusammenkunft der Veteranen des Vereins. Und bin dort wo „Not an Mann“ ist.
Was war dein spannendstes Erlebnis in diesem Verein?
Mein persönlich spannendstes Erlebnis war die Organisation der Fernfahrt auf dem Inn. Diese führte von Ramosch nach Passau und fand im Jahr 1985 statt. Das war etwas besonders, weil zuvor niemand diese Stelle mit dem Schlauchboot befahren hatte. Das River-Rafting war damals noch nicht so bekannt wie heute. Trotz Hochwassers des Inn’s eine Woche vor der Abreise, konnte die Schlauchbootfahrt ohne Bedenken durchgeführt werden.
Wie wichtig ist für dich der Nachwuchs?
Der Nachwuchs ist sehr wichtig für mich, den ohne Nachwuchs kann unser Verein nicht weiter bestehen. Ich engagiere mich aktiv für unseren Nachwuchs und unterstütze unsere Jungfahrleiter aktiv im Training, gebe den Jungs und Mädchen Tipps für erfolgreiche Trainingsfahrten und Wettkämpfe.
Warst du auch in einem Jungpontonierlager? Und wenn ja wie war das?
Ja ich war im 1. Und 2. Jungpontonierlager mit dabei, das war speziell, weil noch keine Erfahrung eines Lagers vorhanden war. Es war ähnlich wie das heutige Lager, man hatte die gleichen Erlebnisse, von Schlauchbootfahren über Schwimmen und natürlich auf dem Wasser mit den Weidlingen fahren. Nur in kleinerem Rahmen von ca. 50 bis 60 Jungen und ca. 20 Leitern.
Ein paar Jahre später war ich wieder im JPL diesmal als Hilfsleiter, das war für mich nicht besonders schön, weil wir als Leiter die Jungen nicht gut unterstützen konnten. Später war ich 9 Jahre lang als Technischer Leiter des Zentralvorstandes, Verantwortlich für das Lager in den Administrativen Tätigkeiten, damit sind auch spannende Erlebnisse verbunden.
Was waren deine grössten sportlichen Erfolge?
Im Jahr 1997 konnte ich zusammen mit meinem Sohn Roland Keller das Eidgenössische Wettfahren in Dietikon gewinnen.
Als Jungfahrer war ich auch schon erfolgreich.
In meiner Karriere gewann ich mindestens 6 Wettfahren, mit verschiedenen Partnern und konnte bei den anderen Wettkämpfen meist die vorderen Ränge belegen.
In meiner Tätigkeit als Jungfahrleiter konnte ich ebenfalls grosse Erfolge mit den Jungfahrern feiern.
Wie sieht es mit Schnüren aus?
Früher wurden noch nicht so viele Schnürwettkämpfe ausgetragen wie heute und daher stand nicht das Schnüren im Vordergrund. Andere Sektionen waren immer in den vorderen Rängen, weil unsere Sektion sich mehr auf das Fahren konzentriert hatte. Ich war der beste der Sektion Dietikon, aber gesamtschweizerisch hat das nie genügt.
Im Bootfährenbauwettkampf seit ihr dort aktiv gewesen?
Ja eigentlich waren wir gut in den Trainings, doch wenn es drauf ankam, hatten wir immer Wettkampfpech, trotzdem hat es mir immer grossen Spass bereitet.
Wie findest du das 100 Jahre Pontonier-Sportverein Dietikon Buch, welches diese Jahr rausgekommen ist und meine VA begleitet?
Dieses Buch finde ich einfach nur sensationell, es gibt viele 100 Jahr Jubiläumsschriften von anderen Sektionen, doch unseres beinhaltet nicht nur Informationen über die Sektion, sondern zeigt auch noch unsere schöne Limmat.
Was muss man unbedingt über diesen Verein wissen?
Der heutige Vorstand macht seine Arbeit bestens, doch unser Nachwuchs sollte noch gefördert werden und wir sollten mehr Werbung machen für den Verein, damit dieser weiter bestehen kann.
Danke Florian für dieses interessante Gespräch, man sieht sich im Training.
Dieses Gespräch mit Florian Keller war für mich sehr interessant, ich erfuhr vieles über seine Laufbahn beim Pontonierverein und bekam viele Informationen von den Pontonieren in der früheren Zeit. Er gab mir noch viele interessante Tipps. Das spannendste fand ich, dass das Jungpontonierlager vor 50 Jahren schon genau gleich, abgelaufen ist wie zur heutigen Zeit.